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Amphibien in der Krise – Probleme und Lösungsansätze
(08.06.2009)
Am vergangenen Wochenende fand im Zoo Frankfurt ein Symposium unter dem Motto Amphibien in der Krise – Probleme und Lösungsansätze statt. „Amphibien sind weltweit stark vom Aussterben bedroht. Von den über 6000 bekannten Arten stehen mehr als 30 % am Rande der Ausrottung.“,
umreißt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch die Situation der Amphibien weltweit. „Und wir müssen annehmen, dass sogar diese Zahlen noch deutlich zu niedrig angesetzt sind.“
Mit dem Symposium knüpften die Veranstalter, der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der Zoo Frankfurt, an das Jahr des Frosches 2008 an. International anerkannte Amphibienforscher und Naturschützer diskutierten gemeinsam über Forschungsergebnisse und Lösungsansätze, die zum Erhalt dieser ökologisch äußerst wichtigen Tiergruppe beitragen.
Mit knapp unter hundert Teilnehmern – trotz des amphibisch feuchten Wetters – war dieses Symposium, an dem Vertreter von Universitäten, Naturhistorischen Museen, Zoos und Verbänden zusammen kamen, ein voller Erfolg.
Ideengeber und Initiator des Symposiums war Vorstandsmitglied und Mitbegründer des BUND Prof. Dr. Gerhard Kneitz. „Zoos und Umweltverbände nehmen bei der Erforschung von Kröte, Frosch und Molch eine Vorreiterrolle ein“, stellte Kneitz in seinem Vortag über ein Amphibien-Langzeitprojekt bei Bonn fest. Besonders betonte er die entscheidende Rolle, die Amphibien für die Vermittlung von Naturschutzthemen besonders bei Kindern spielen.
Das Themenspektrum des Symposiums war breit. Zur Sprache kamen die Darstellung des Artenreichtums Madagaskars und Vietnams, Erhaltungszuchtprogramme in Zoologischen Gärten, die Auswirkung des Klimawandels auf Amphibienlebensräume und die Vorstellung von Langzeitprojekten in Deutschland.
Bestimmte Themen dominierten in den zwei Tagen immer wieder Diskussionen und Vorträge: So wurde die wichtige Rolle der Zoologischen Gärten im Hinblick auf die Kenntnis von Zuchtbedingungen verschiedenster Arten formuliert.
„Wenn eine Art in ihrem natürlichen Lebensraum vor dem Aussterben steht, müssen Zoos das Wissen bereitstellen, wie ein Überleben der Art durch Erhaltungszucht zu sichern ist.“ betont Niekisch. Gleichzeitig ist der Lebensraumschutz vor Ort als vordinglichstes Thema zu betrachten, denn, so Niekisch: „Was nutzen uns Nachzuchten bedrohter Arten, wenn man sie nicht im Freiland aussetzten kann?“
Weitere Topthemen waren der Amphibienpilz (Batrachochytrium dendrobatides), der ganz aktuell in den verschiedensten Regionen der Welt eine große Gefahr für ganze Populationen darstellt, sowie die Auswirkungen des Klimawandels, welche für Amphibien-Populationen besondere Gefahren bergen.
„Keine andere Klasse von Tieren oder Pflanzen ist in ihrer Gesamtheit so bedroht. Durch diesen Pilz und den Klimawandel sind alle Amphibien höchst gefährdet, das ist eine dramatische Realität“, brachte Niekisch, selbst Amphibien-Spezialist, zum Abschluss der Veranstaltung die Ergebnisse auf den Punkt. „Die Vielfalt der Amphibien – und das betrifft ihre Artenzahl genauso wie die Verschiedenartigkeit ihrer ökologischen Eigenschaften und Reaktionsfähigkeiten – ist nahezu unüberschaubar.
Heute geht von Frankfurt die klare Botschaft aus, dass keine andere Tierklasse so sehr unseres Schutzes bedarf wie die Amphibien“.
Zum Herunterladen vorliegende Vorträge:
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Amphibienprojekte_Koelner_Zoo.pdf P.D. Dr. Thomas Ziegler (Zoo Köln): „Ex situ“ und „in situ“ Amphibienprojekte des Kölner Zoos. |
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Dr. Stefan Lötters & Dennis Rödder (Uni Trier): Der IUCN Amphibian Conservation Action Plan und seine Umsetzung. |
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Dennis Rödder & Dr. Stefan Lötters (Uni Trier): Wie reagieren Amphibien auf den globalen Klimawandel? Beispiele aus der Nischenmodellierung. |
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Amphibienpilz_in_Westeuropa.pdf Dennis Rödder, Jos Kielgast & Dr. Stefan Lötters (Uni Trier): Der Amphibienpilz in Westeuropa – was wissen wir und was erwarten wir? |







