Eröffnung und Anfangsjahre

Dr. David Friedrich Weinland

Tatsächlich fand am 8. August 1858 die feierliche Eröffnung des Zoologischen Gartens in Anwesenheit der politischen Gremien, Mitgliedern der gesetzgebenden Körperschaften und vieler hochgestellter Persönlichkeiten statt. In ganz Deutschland berichteten die Medien über dieses gesellschaftliche Ereignis.

Von Beginn an legte die Zoologische Gesellschaft viel Wert auf Bildung, weshalb sie einen wissenschaftlichen Sekretär, Dr. D. F. Weinland, einstellte, auf dessen Betreiben hin ab 1860 sowohl monatlich „Der Zoologische Garten“ als auch regelmäßig Zooführer erschienen. Zudem hielt er Vorträge und richtete eine Bibliothek ein. 

Bereits zur Eröffnung konnten die Besucher Tiere aller Kontinente bestaunen, wobei neben Säugetieren und Vögeln auch Reptilien, Amphibien und sogar Fische gezeigt wurden. Die Tiere waren „entsprechend ihrer Art“ untergebracht, wie das bereits in der Denkschrift angekündigt worden war. Bereits bei der Planung hatten die Verantwortlichen entschieden, auf Löwen und ähnliche Carnivoren (Fleischfresser) zu verzichten, da ihnen die damals übliche Käfighaltung als „unwürdig“ erschien. Die Unterbringung von Bären in Bärenzwingern und von Wölfen in Wolfsgruben galt jedoch als angemessene Haltung, weshalb diese von Anfang an zu den gehaltenen Tieren zählten. Der Besucherzustrom und das allgemeine Interesse am Zoologischen Garten, das sich beispielsweise an Tiergeschenken zeigte, überstiegen bei weitem die Erwartungen der Zoogründer – allerdings auch die Betriebskosten.

Anfang 1859 schloss die Zoologische Gesellschaft mit dem Frankfurter Tierarzt Dr. Max Schmidt einen Vertrag, um die medizinische Versorgung der Tiere sicherzustellen. Um seine Kenntnis über lebende exotische Tiere zu erweitern, begab sich Dr. Schmidt mit Genehmigung und Unterstützung der Zoologischen Gesellschaft auf eine längere Reise zu den Zoologischen Gärten nach Belgien, Holland und England, auf der er unter anderem über Tierankäufe verhandelte und regelmäßig Bericht erstattete. Als sich der Verwaltungsrat im September 1859 dazu entschloss, sich von Leven zu trennen, wurde Dr. Max Schmidt neuer Zoodirektor. Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass aus dem Probebetrieb eine Dauereinrichtung entstand.

Unter Dr. Max Schmidt entstanden schon im diesem Übergangszoo bemerkenswerte Neubauten wie das Maurische Haus, ein Überwinterungshaus für Huftiere 1861, bei dessen Planung Schmidt bereits die Haltung eines Elefanten und einer Giraffe vorsah.

Einen Eindruck von der Pracht des Zoologischen Gartens geben eine  am 27.04.1861 in der Leipziger Illustrierten Zeitung erschienene Lithographie sowie die Zooführer, die wir zu einem kleinen Rundgang durch den alten Zoologischen Garten zusammengestellt haben.

Ab 1861 zählten schließlich doch noch Löwen zu den Zootieren. Ein Mayor aus Kairo hatte diese dem Zoo als Geschenk angeboten, weshalb die Zoologische Gesellschaft die entsprechende Haltungsgenehmigung einholte. Um die Löwen standesgemäß unterzubringen, erfolgte der Umbau des mittleren Käfigs der Greifvogelanlage zum Löwendomizil.

1862 erreichte die erste Giraffe den Frankfurter Zoo und der erste Elefant namens BETHSY kam 1863 an.

Seewasseraquarium im Maurischen Haus

Bereits zur Eröffnung gab es ein Aquarium im Affenhaus, doch die Seewasseraquaristik begann erst. Bereits ab 1861 beteiligte sich der Zoologische Garten Frankfurt zunächst hinter den Kulissen an den Experimenten. Erst als es gelang, die empfindlichen Seetiere längere Zeit am Leben zu erhalten, zog das Seewasseraquarium in den Besucherbereich des Maurischen Hauses um.

Zoo Frankfurt – Bernhard-Grzimek-Allee 1 – 60316 Frankfurt am Main Info-Line: +49 (0)69 - 212 337 35 - info.zoo@@stadt-frankfurt.de