Die ersten Jahre an der Pfingstweide

Elefant BETHSY im neuen Elefantenhaus

Am 9. Februar 1874 begann der Umzug der knapp 1.200 Tiere mit dem Teichgeflügel – immerhin 140 Individuen, die durch ein Netz zusammengetrieben und in Transportbehälter verpackt wurden. Als erstes Zootier betrat ein Pelikan sein neues Zuhause.

Die meisten Sorgen beim Umzug bereitete die Elefantendame BETHSY, die sich über viele Stunden weigerte, den schwankenden und knarrenden Transportwagen zu betreten. Mitternacht war bereits seit über einer Stunde vorüber, als sich BETHSY mit allen vier Beinen in den Wagen wagte. Ein Wärter schlich heran und legte BETHSY eine Hand auf das Hinterteil, wodurch diese so erschrak, dass sie tiefer in den Wagen ging und dieser nunmehr geschlossen werden konnte. Morgens um 4.00 Uhr war die Umsiedlung von BETHSY glücklich vollendet. Als letztes übersiedelte am 9. April 1874 ein Yak-Stier. Die Umzüge gingen ohne größere Unfälle für Mensch und Tier vonstatten, lediglich ein „ziemlich fettes weibliches Wildschwein“ überlebte nicht.

Die offizielle Eröffnung des Zoologischen Gartens in der Pfingstweide erfolgte am 29. März 1874, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Gebäude fertig gestellt waren. So öffneten das Raubtierhaus am 23. Mai 1874 und das Affenhaus am 6. Juli 1874. Für das Gesellschaftshaus hatte man lediglich den Grundstein gelegt. Die Aquarienhalle war zwar aus bautechnischen Gründen errichtet worden, doch die eigentliche Einrichtung der Aquarien konnte zunächst nicht erfolgen.

Anhand von Zeichnungen können wir uns noch heute einen Eindruck von den damaligen Tierhäuser machen. 

 

Blick über den Weiher auf das Gesellschaftshaus

Am 16. Dezember 1876 fand die feierliche Eröffnung des Gesellschaftshauses statt. Bis zu diesem Termin bestand ein provisorisches Restaurant mit angegliedertem Musikpavillon, in dem zweimal täglich eine Kapelle für zusätzliche Unterhaltung sorgte.

 

 

 

 

Aquariumsturm, Foto von 1880

Als letztes Haus wurde am 16.07.1877 das Aquarium eröffnet, das bereits bei der Planung vorgesehen, aber aus Kostengründen zunächst nicht verwirklicht werden konnte. Mehrere Vorstandsmitglieder der Zoologischen Gesellschaft finanzierten schließlich den Bau vor. Um das Darlehen zurückzuzahlen wurde gesonderter Eintritt für das Aquarium erhoben, den auch Jahreskarteninhaber und Aktionäre bezahlen mussten. Auch nach der Rückzahlung blieb es beim Sondereintritt, weil sich das Aquarium im Betrieb als sehr teuer erwies, dafür blieb das Aquarium nach der Zooschließung geöffnet. Erst in den 1990er Jahren wurden sowohl die verlängerten Öffnungszeiten als auch der Sondereintritt abgeschafft.

 

Danach gab es für viele Jahre keine größeren Neubauten oder Änderungen im Tierbestand, was vor allem an den nach wie vor knappen finanziellen Möglichkeiten lag. Erwähnenswert ist jedoch die Einrichtung eines Freigeheges mit Grabmöglichkeiten für Präriehunde unter Zoodirektor Dr. Ludwig Wunderlich, die weder beim Publikum noch in der Fachwelt gut ankam, da die Präriehunde nicht mehr ständig zu sehen waren.

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