Zoo-Dependance

Erste Bauten im geplanten Niddazoo, Foto von 1974

So praktisch die Innenstadtlage und damit die gute Erreichbarkeit für den Zoo war, hatte sie doch einen entscheidenden Nachteil: Der Zoo konnte nicht mehr wachsen, dafür wuchs der Erkenntnisstand über die Bedürfnisse der Tiere und die Erwartungshaltung der Besucher, die die Tiere in natürlicher Umgebung sehen wollten. Der Bau einer Zoo-Dependance sollte das Problem lösen. Anfang der 70er Jahre schienen diese Pläne verwirklicht werden zu können. Erste Tiergehege entstanden am Rande des Ginnheimer Wäldchens in den Niddaauen, feierlich wurde der sogenannte Niddazoo 1975 eröffnet. Ohne Eintrittszahlungen konnten vor allem verschiedene Huftiere und Vögel auf weitläufigem Gelände beobachtet werden. Doch wie so oft in der Geschichte des Frankfurter Zoos kam es anders: Wegen der Ausrichtung der Bundesgartenschau musste der Niddazoo weichen. Stattdessen sollte der Außenzoo nun am Niederurseler Hang verwirklicht werden.

Baroda im Elefantenhaus, Foto von 1984
Baroda in der Transportkiste, Foto von 1984

Die Aufgabe der Zoo-Dependance beim Ginnheimer Wäldchen führte dazu, dass fast keine Hirscharten im Zoologischen Garten Frankfurt mehr gezeigt wurden, auch auf Wisente und Bisons mussten die Zoobesucher nun verzichten. Doch es kam noch schlimmer. Auch Elefanten leben nicht ewig und bis auf eine, nämlich BARODA, waren inzwischen alle gestorben. Elefanten leben in Familienverbänden, auch BARODA sollte nicht allein bleiben, sondern nach ihrem Umzug ins Niddatal mit anderen Elefanten zusammen sein. Das ließ sich nun nicht mehr verwirklichen, eine Vergrößerung des Elefantenhauses oder auch nur der Außenfläche war nicht möglich. Das führte zu einer Entscheidung, mit der sich Zoodirektor Dr. Faust  bei vielen Zoobesuchern unbeliebt machte: BARODA wurde nach Hamburg abgegeben. Seit 1864 hatte es im Frankfurter Zoo ununterbrochen Elefanten gegeben, kaum jemand konnte sich den Zoo ohne Elefanten vorstellen. Elefanten gehörten zu den Tieren, deren einzelne Individuen den Besuchern persönlich bekannt waren, sie gehörten quasi zur Familie. Obwohl es sich nur um einen Verzicht auf Zeit handeln sollte, wurde die Diskussion um die Elefantenhaltung durch alle Zeitungen hindurch sehr emotional geführt. 

 

1987 wurden die Planungen für die Zoo-Dependance am Niederurseler Hang vorgestellt, doch auch diese Pläne konnten letztendlich nicht verwirklicht werden und das vorgesehene Zoogelände wurde Mitte der 90er Jahre für Wohnungsbau freigegeben.

Investiert wurde in den Innenstadtzoo in dieser Zeit wenig, um nach dem Umzug der großen Lauftiere in den Außenzoo den Innenstadtzoo komplett umzustrukturieren - eigentlich die optimale Vorgehensweise, auch wenn sie die Zooverwaltung vor große Probleme stellte und den Frankfurter Zoo im Vergleich mit anderen Zoologischen Gärten weit zurückwarf. So blieb das 1978 eröffnete Grzimekhaus bis zur Eröffnung des ersten Teils der Robbenklippen (die Zwergseebären-Anlage) 2000 der einzige Neubau. Erst Mitte der 90er Jahre fiel die Entscheidung, den Zoologischen Garten Frankfurt an seinem alten Standort weiterzuentwickeln.  

Zoo Frankfurt – Bernhard-Grzimek-Allee 1 – 60316 Frankfurt am Main Info-Line: +49 (0)69 - 212 337 35 - info.zoo@@stadt-frankfurt.de