Prof. Dr. Adalbert Seitz

 

geboren 24. Februar 1860 Darmstadt

gestorben 5. März 1938 Darmstadt

 

Zoodirektor

von 1. April 1893 bis 31. März 1908

 

Persönliches und Werdegang:

Bereits in seiner Kindheit beschäftigte sich Prof. Dr. Seitz mit Insekten und vor allem mit Schmetterlingen. Nach seinem Studium der Medizin und Zoologie bereiste er als Schiffsarzt die Welt, wobei ihm die Reisen hauptsächlich zur Schmetterlingsforschung dienten. Bereits in dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Tiergärtnerei, besuchte Zoologische Gärten und beschrieb deren Schwierigkeiten im Spagat zwischen Wissenschaft und Besucherinteressen.

Auch während seiner Zoodirektorenzeit blieb Prof. Dr. Seitz der Schmetterlingsforschung treu; um sich dieser wieder verstärkt zu widmen, legte er 1908 sein Amt als Zoodirektor nieder. In den Folgejahren unternahm er mehrere Weltreisen, baute seine Schmetterlings­sammlung auf und widmete diesen Tieren ein mehrbändiges Werk.

Wirken im Zoo:

Ähnlich wie sein Vorgänger bemühte sich Prof. Dr. Seitz vollständige Sammlungen aufzu­bauen, legte aber mehr Wert auf „Schautiere“. Um das Interesse für weniger spektakuläre Tierarten zu wecken ergänzte er die Tierbeschilderung, die sich zuvor auf die Nennung des deutschen Namens beschränkte, um den wissenschaftlichen Namen und weitere Angaben wie Brut- und Zugzeiten. Konsequent setzte er die Sammlungsidee bei den Bauten um. So entstand  ein Haus für kleine Säugetiere, das sich innen und außen aus 1x1x1 Meter großen Käfigen in zwei Reihen zusammensetzte, die sich je nach Bedarf durch Entfernung einer Seite vergrößern ließen.

Eine völlige Neuerung war der Bau einer sonnendurchfluteten Halle im Gewächshausstil für Reptilien und Amphibien, die bis dahin lediglich während der Sommermonate im zwar warmen aber relativ dunklen Affenhaus gezeigt werden konnten. Ein geschenktes Holz­haus nutzte er zur Einrichtung eines Insektenhauses, ebenfalls eine für Deutschland völlig neue Einrichtung, die neben lebenden Insekten auch vielfältige Informationen durch Beschilderung und die Ausstellung präparierter Insekten etc. bot.

Nach seinem Ausscheiden wirkte er noch für ein Jahr als Berater des Zoologischen Gartens.

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