Trampeltier (Camelus ferus f. bactrianus)

Vorkommen
Asien

Gehege

Lageplan:

Trampeltiere haben zwei, Dromedare einen Höcker. Beide gehören zur Familie der Kamele.

Systematik

Klasse
Säugetiere
Ordnung
Paarhufer
Familie
Kamele

Merkmale

Beschreibung
Die Familie der Kamele gehört innerhalb der Ordnung der Paarhufer zur Unterordnung der Schwielensohler. Heute sind die Kamele die einizigen lebenden Vertreter dieser Unterordnung. Sie laufen auf dem diritten und vierten Zeh an deren Sohle ein dickes Schwielenkissen sitzt. Sie bewegen sich im sogenannten Pass voran, bei dem zuerst beide Beine der einen Seite und anschließend die der anderen Seite nach vorne schwingen. Dadurch schaukeln sie beim Laufen von einer Seite auf die andere und haben den Namen "Wüstenschiff" erhalten.
Der Körperbau der Trampeltiere ist sehr viel breiter und stämmiger als der der Dromedare. Mit ihren zwei Höckern sind sie unverkennbar. Ausgewachsene Trampeltierhengste können leicht eine "Zwischenhöckerhöhe" von über 2m erreichen und ein Gewicht von 1t.
Charakteristisch für Trampeltiere ist der lange, gebogene Hals und die langen schlanken Beine. Die Vorderfüße sind deutlich größer als die Hinterfüße. Der Schwerpunkt eines Trampeltieres liegt weiter vorne, als bei vielen anderen Huftierarten, die Vorderfüße tragen somit den größten Teil ihres Gewichts.
Kamele haben ein sogenanntes fünftes Bein, das Brustbein, eine große, verhornte Platte zwischen den Vorderbeinen. Wenn die Tiere liegen, liegen sie auf diesem Brustbein. Der Bauch hat somit viel weniger Bodenkontakt und ist besser vor dem heißen Wüstensand geschützt. Auch an den Gelenken ihrer Beine haben sie dicke Hornschwielen an den Stellen auf denen sie liegen.
Verbreitung
Domestiziert: vor allem als Lastentier in Zentralasien.
Wildkamele: Wüstengebiete Zentralasiens (Mongolei und Kasachstan)
Lebensraum
Trockensteppen, Halbwüsten
Lebensweise
Trampeltiere leben in Haremsgruppen, bestehend aus einem Hengst und mehreren Stuten.
Sie sind tagaktiv.
Pflanzenfresser.
Trampeltiere können auch sehr dornige Pflanzen fressen. Mit ihrer gespaltenen Oberlippe zupfen sie einzelne Blätter ab.
Fortpflanzung
Ob ein Kamelhengst in der Brunft ist, erkennt man leicht daran, dass er dann einen weißen, schaumigen Speichel um sein Maul herum hat. Oftmals sind sie damit im gesamten Gesicht und am Hals verschmiert. Während der Brunft sind die Hengste sehr aggresiv.
Nach einer Tragzeit von 11-13 Monaten kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind äußerst selten. Die Jungen können schon wenige Stunden nach der Geburt laufen.
Jungenaufzucht
Die Mutter säugt das Jungtier ca. ein Jahr lang. In den ersten Monaten halten sich die Mütter immer in der direkten Nähe ihrer Jungen auf.
Besonderheiten zur Tierart
Trampeltiere sind in der Lage mehrere Tage ohne Wasser auszukommen, können aber auch in Extremfällen in wenigen Minuten bis zu 200 Liter Wasser auf einmal trinken. Erst ab einer Körpertemperatur über 40°C beginnen sie zu schwitzen und verlieren somit nur wenig Wasser. Mit ihren verschließbaren Nasenlöchern und langen Wimpern sind sie gut vor aufgewirbeltem Sand geschützt. Die mit Binde- und Fettgewebe gepolsterten Sohlen ermöglichen den Trampeltieren lange Wanderungen über sandigen Boden. Sie sind perfekt an das Leben in Wüstengebieten angepasst und sind für viele Nomadenstämme lebenswichtig als Lastentiere, Milch-, Wolle-, Leder- und Fleischlieferanten. Selbst der Kot der Kamele wird als Brennstoff genutzt.
Trampeltiere werfen einemal im Jahr, immer im Frühjahr, ihre gesamte Wolle ab. Es bleiben nur die sogenannten Grannenharre übrig. Danach sehen sie nahezu nackt aus, doch schon nach wenigen Wochen wächst die Wolle bereits nach und bis zum nächsten Winter sind sie dann wieder von einem dichten Fell gegen die Kälte geschützt. Dies ist eine Anpassung an die extremen Verhältnisse der zentralasiatischen Wüstengebiete aus denen sie kommen. Dort herrschen im Winter Temperaturen von ca. -30°C und im Sommer von über +30°C. Man sagt, dass immer dann, wenn die Trampeltiere ihre Wolle verlieren, der Sommer wirklich da ist.
Bedrohung
Der Bestand an Wildkamelen wird auf nur noch 850 Tiere geschätzt.
Rote Liste Status (Wildkamel): CR- vom Aussterben bedroht

Paten

Unsere Tierpaten
Heide Bachstädter
Jumeirah Frankfurt
Jens, Katja, Lars und Lena Michaelis
Patenschaftsbeitrag
350 Euro/Jahr

Tierhaltung

Besonderheiten
Seit dem ersten Tag werden Kamele im Frankfurter Zoo gehalten.
Zoo Frankfurt – Bernhard-Grzimek-Allee 1 – 60316 Frankfurt am Main Info-Line: +49 (0)69 - 212 337 35 - info.zoo@@stadt-frankfurt.de