Raus aus dem Haus

Modell: Arge Fay Architekten – liquid architekten
Modell der neuen Pinguin-Anlage von Arge Fay Architekten – liquid architekten

Mit dem Bau der Anlage beginnt im Frankfurter Zoo eine neue Ära der Pinguin-Haltung

Unsere Anlage für Eselspinguine im Exotarium stammt aus den späten 1950er Jahren und ist in jeglicher Hinsicht veraltet. Eine neue Anlage ist überfällig. Nach gründlicher Planung gaben Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig und Baudezernent Jan Schneider am 6. Dezember 2016 mit einem symbolischen "Baggerbiss" das offizielle Startsignal für den Beginn der Bauarbeiten an der Pinguin-Anlage.

Im Gegensatz zu den kälteliebenden Eselspinguinen kommen Humboldt-Pinguine mit dem Frankfurter Klima sehr gut zurecht, sodass die Tiere ganzjährig auf einer Außenanlage gehalten werden können. Das spart viel Energie, die sonst für die Kühlung eines Hauses aufgebracht werden müsste.

An Energie wird beim Neubau also gespart, nicht aber an Platz – den wird es reichlich geben. Die neue Anlage ist für die Haltung einer kleinen Pinguin-Kolonie mit 30 bis 40 Brutpaaren ausgelegt. Sie umfasst einen großen, reich strukturierten Landteil und ein Becken mit unterschiedlichen Wassertiefen – viel Platz für die Tiere zum Schwimmen, Tauchen und Brüten.

Die neuen Bewohner

Foto: Stefan-Görlitz
Humboldt-Pinguine

Humboldt-Pinguine (Spheniscus humboldti) gehören zur Gattung der Brillenpinguine. Sie tragen die charakteristische Geschichtsmaske. Die schwarzen Punkte auf dem hell gefiederten Bauch sind bei jedem Tier einzigartig. Die 60 bis 70 cm großen Tauchjäger gehen im Humboldtstrom vor den Küsten Chiles und Perus auf Jagd nach Sardinen und Anchovis.

Humboldt-Pinguine leben gesellig in Kolonien und gehen lebenslange monogame Partnerschaften ein. Auf küstennahen Inseln ziehen sie zumeist zwei Küken groß. Ihre natürlichen Feinde sind u. a. Schwertwale, Seelöwen und Dominikanermöwen. Die Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN stuft die  Humboldt-Pinguine als gefährdet ein.

Die neue Anlage: Eintauchen in die Welt der Pinguine

Die neue Anlage ist für die zeitgemäße und artgerechte Haltung einer kleinen Pinguin-Kolonie ausgelegt. Sie umfasst einen 410 m² großen, reich strukturierten Landteil mit vielen Bruthöhlen und einer eher zurückhaltenden Bepflanzung mit Sträuchern und Gräsern, die auf die felsige Heimat der Humboldt-Pinguine verweist. Zum Schwimmen und Tauchen steht den Pinguinen ein Becken mit unterschiedlichen Wassertiefen zur Verfügung, das 435 m3 Wasser fasst.

Die Architektur der Anlage zieht die Besucherinnen und Besucher in die Welt der Pinguine hinein. Man läuft nicht an der Anlage vorbei, sondern kann sie auf verschiedenen Ebenen erkunden. Es gibt Höhlen mit Unterwassereinblicken und wechselnde Einblicke auf unterschiedlichen Niveaus. Hier kann man die Pinguine hervorragend bei ihren rasanten Schwimm- und Tauchmanövern beobachten. Sanft führt der Besucherweg in einer Schleife nach oben, sodass sich der Blick über die Wasseroberfläche und den Landteil öffnet, bis man schließlich auf einer Landzunge gleichsam mitten in der Pinguin-Kolonie seinen Beobachtungsposten beziehen kann. Das Besondere: Das neue Pinguin-Becken wird direkt an den Großen Weiher anschließen. So soll der Eindruck einer weiten Landschaft entstehen.

Über Modelle und interaktive Informationstafeln wird Wissenswertes aus der Welt der Pinguine berichtet. Die Anlage wird mit Sitzgelegenheiten ausgestattet und barrierefrei zugänglich sein.

 

Skizze: Arge Fay Architekten – liquid architekten
Schnitt durch einen Teilbereich der neuen Anlage.
Zoo Frankfurt – Bernhard-Grzimek-Allee 1 – 60316 Frankfurt am Main Info-Line: +49 (0)69 - 212 337 35 - info.zoo@@stadt-frankfurt.de