Kurzer Überblick der Geschichte des Frankfurter Zoos

"Der Zoologische Garten vor dem Bockenheimer Tor" 1859 F. C. A. Lill

Gründung

Der Frankfurter Zoo wurde 1858 von Frankfurter Bürgern gegründet und zunächst auf Probe betrieben. Von Anfang an war es Ziel der eigens zur Einrichtung und Betrieb eines Zoologischen Gartens gegründeten Zoologischen Gesellschaft, Erholung und Bildung zu verbinden. Der Zuspruch an Besuchern und Spendern war so hoch, dass bereits nach wenigen Jahren feststand, dass der Zoologische Garten zur Dauereinrichtung werden sollte. Der für die Probe gepachtete Garten hatte sich jedoch als zu klein erwiesen, darüber hinaus stand er für einen Kauf oder eine dauerhafte Verpachtung nicht zur Verfügung, daher musste ein anderes Gelände gesucht werden. Ein entsprechender Vertrag mit dem Senat der Freien Reichsstadt Frankfurt verlor jedoch seine Gültigkeit, da Frankfurt den Status als Freie Reichsstadt durch den verlorenen Krieg von 1866 (Preußen/Österreich) einbüßte. Die Verhandlungen bezüglich eines neuen Zoogeländes begannen mit der neuen Stadtverwaltung von vorn, immerhin konnte der bestehende Pachtvertrag um fünf Jahre verlängert werden. Erschwerend für den Zoo kam hinzu, dass viele Zoogönner im Krieg ihr Vermögen verloren.

 

Zoo-Ansicht von 1878
Blick auf den Schafsberg, Foto von 1909

Neuer Zoo auf der Pfingstweide

Im Frühjahr 1874 zog der Zoologische Garten mit Gebäuden und Tieren um, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht alle Gebäude fertig gestellt waren. Sorge bereitete vor allem die Finanzierung des Zoogesellschaftshauses (Eröffnung 16.12.1876) und des Aquariums (Eröffnung 16.07.1877). Die Folgejahre waren von äußerster Sparsamkeit und der Suche nach Einnahmequellen über die Eintrittspreise hinaus geprägt, so dass neue Zoodirektoren nur in sehr beschränktem Umfang ihre Vorstellung bei der Tierauswahl- und Präsentation umsetzen konnten, nur wenige Neubauten entstanden. Der Erste Weltkrieg brachte das Ende für die Zoologische Gesellschaft, nicht jedoch für den Zoo selbst. Die Stadtverwaltung Frankfurt übernahm nach kurzer Diskussion den Betrieb des Zoologischen Gartens, um diese wichtige Einrichtung und Sehenswürdigkeit zu erhalten, konnte jedoch die drängenden Probleme zunächst nicht lösen. Erst ab Ende der 1930er Jahre erfolgte eine grundlegende Sanierung, bei der auch Neubauten entstanden. Der Zweite Weltkrieg stoppte die Erneuerung des Zoologischen Gartens jäh.

 

Blick auf den Schafsberg und das Aquarium 1945
Kinderzoo auf dem Erweiterungsgelände 1952

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war der Zoo wie auch die gesamte Innenstadt Frankfurts fast völlig zerstört und sollte geschlossen werden. Das Engagement von Fritz Acker, Dr. Gustav Lederer und drei namentlich nicht mehr bekannter Tierpfleger sowie der Einsatz von Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek verhinderten die Schließung. Grzimek setzte die Wiedereröffnung durch und wurde Zoodirektor, allerdings unter der Bedingung, dass der Zoo ohne finanzielle Hilfen der Stadtverwaltung auskomme. Kulturelle Angebote aller Art lockten Besucher in den Zoo. Nach und nach konnten die Gehege und Tierhäuser wieder in Betrieb genommen und besetzt werden. Schon bald entstanden erste Neubauten, auch eine Vergrößerung des Zoogeländes konnte durchgesetzt werden. Überlegungen, mittels einer Dependance die räumlich begrenzte Innenstadtlage des Zoos zu entspannen, bremsten ab den 1960er Jahren die weitere Zooentwicklung aus. Tatsächlich entstand in den Niddaauen der sogenannte Niddazoo, der jedoch wieder aufgegeben wurde. Erst seit Mitte der 1990er Jahre gibt es wieder richtungweisende Neubauten.
Seit 2008 hat sich der Zoo Frankfurt unter seinem Direktor Prof. Dr. Manfred Niekisch ein neues Motto gegeben "Tiere erleben - Natur bewahren". Er setzt sich mit voller Kraft für artgerechte Neubauten im Zoo und für den Natur- und Artenschutz ein.

 

Zoo Frankfurt – Bernhard-Grzimek-Allee 1 – 60316 Frankfurt am Main Info-Line: +49 (0)69 - 212 337 35 - info.zoo@@stadt-frankfurt.de