31.07.19

Abschied von Löwin MIRA

Eine traurige Nachricht aus dem Zoo: Die junge Löwin MIRA musste gestern aufgrund einer Missbildung des Schädels eingeschläfert werden.

Die Freude war groß, als die Asiatische Löwin ZARINA im April 2018 drei Jungtiere zur Welt brachte – alle scheinbar fit und gesund. Doch mit etwa 12 Monaten zeigte das weibliche Jungtier Auffälligkeiten in der Bewegungskoordination (Ataxie) und weitere neurologische Symptome. Da sich nach einer symptomatischen Behandlung keinerlei Besserung einstellte, wurde Anfang April ein Termin zur Abklärung in der Tierklinik Hofheim vereinbart. MIRAs Blut- und weitere Werte waren unauffällig, eine Infektion lag nicht vor. Allerdings zeigten Untersuchungen im CT und MRT eine strukturelle Veränderung des Schädels und Gehirns, namentlich eine Kleinhirnhernie. Diese Missbildung, deren Ursprung unbekannt ist, war ursächlich für die gestörten Bewegungsabläufe und den manchmal abwesend wirkenden Blick der jungen Löwin.

Zunächst bestand die Resthoffnung, dass sich MIRAs Zustand durch intensive veterinärmedizinische Begleitung und das Wachstum verbessert, zumal sie auch Phasen hatte, in denen sie unauffällig war und ganz normal mit ihren beiden Brüdern spielte.

Über Monate haben sich die Zootierärztinnen in Abstimmung mit Experten sowie das Team der Tierpflegerinnen und Tierpfleger daher um die Verbesserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise eine Milderung der Symptome bemüht. Leider ohne Erfolg.

Um abzuklären, ob auch bei den beiden, bis dato unauffälligen, Jungtieren KIRON und YARO, krankhafte Abweichungen vorliegen, wurde KIRON ebenfalls in der Tierklinik Hofheim untersucht. Und tatsächlich weist auch sein Schädel eine Veränderung auf – allerdings in deutlich geringerem Maß als bei seiner Schwester. Nach wie vor zeigt er, wie sein Bruder YARO auch, keine Symptome.

Dies war bei MIRA deutlich anders. Selbst Besucherinnen und Besucher meldeten in den letzten Wochen, dass sich die Löwin taumelnd und unsicher bewegt.

„Da nicht auszuschließen war, dass MIRA auch unter starken Kopfschmerzen litt und eindeutig klar war, dass sie keine Chance auf ein normales soziales Löwenleben hatte, mussten wir in Abstimmung mit dem Zuchtbuch für Asiatische Löwen und den zuständigen Veterinärbehörden die Entscheidung treffen, MIRA zu erlösen“, erklärt Zoodirektor Dr. Miguel Casares.

„Es ist sehr traurig, MIRA zu verlieren, zumal sie zu einer vom Aussterben bedrohten Art gehört. Aber der Tierschutz gebot hier entschlossenes Handeln. Nachdem wir wussten, dass es nun keine weitere Behandlungsmöglichkeit mehr gibt, wäre jede weitere Verzögerung nicht zu verantworten gewesen“, so Casares weiter.

Wenn MIRAs Brüder auch weiterhin keine klinischen Symptome zeigen, werden sie ganz normal aufwachsen können.

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