06.03.17

Nachwuchs bei den Gorillas

Am 1. März brachte das 28-jährige Gorilla-Weibchen DIAN Zwillinge zur Welt. Die Jungtiere waren auffällig klein und DIAN zog sich deutlich zurück. Das Menschenaffen-Haus Borgori-Wald wurde für zwei Tage geschlossen, um jede Störung von den Gorillas abzuhalten. Am Freitagnachmittag dann die traurige Gewissheit: Eines der Jungtiere lebte nicht mehr. Der zweite Zwilling wurde zunächst von der Mutter getrennt und tierärztlich versorgt. Aktuell geht es ihm gut.

DIAN (Foto: W. Daum)

„Nachdem im Laufe des Freitag klar wurde, dass eines der Jungtiere leblos war und das zweite schwach wirkte, haben wir uns dazu entschieden, DIAN in Narkose zu legen um ihr das lebende Jungtier abzunehmen und zu untersuchen“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch die Situation. Die richtige Entscheidung, denn das außergewöhnlich kleine Jungtier war bereits unterkühlt und dehydriert. „Das Kleine wurde von Mutter DIAN gut versorgt und wir konnten auch beobachten, dass es versucht hat zu trinken, aber es war wohl zu schwach. Wir haben uns dann dazu entschieden, das Jungtier von der Mutter zu trennen und unter der ständigen Überwachung durch unsere Pfleger und die Tierärztinnen aufzupäppeln“, so der Zoodirektor.

Die Maßnahme zeigt Wirkung: Aktuell geht es dem kleinen Gorilla-Mädchen gut. Es trinkt, ist munter und seine Körpertemperatur ist stabil. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger versorgen und füttern das Jungtier – stets in unmittelbarer räumlicher Nähe zu Mutter DIAN, die ihr Junges durch ein Gitter sogar berühren kann. „Wir werden den Tag heute noch abwarten und dann entscheiden, ob das Jungtier morgen wieder mit DIAN zusammen gebracht werden kann“, sagt Niekisch. „Nichts ist besser für einen kleinen Menschenaffen, als die Aufzucht durch die eigene Mutter“, so Niekisch. Um Mutter und Kind die nötige Ruhe zu gönnen und notfalls schnell eingreifen zu können, werden beide bis auf Weiteres hinter den Kulissen gehalten und sind deshalb für die Zoobesucherinnen und Zoobesucher nicht zu sehen. Warum der zweite Zwilling diesmal nicht überlebte, wird die pathologische Untersuchung im Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen zeigen.

Zwillingsgeburten bei Gorillas sind sehr selten und immer heikel – das gilt auch für Gorillas im Freiland. Dass DIAN bereits zum zweiten Mal hintereinander Zwillinge zur Welt gebracht hat, ist außergewöhnlich. Bei der Zwillingsgeburt im September 2015 verstarb eines der Jungtiere nach zwei Tagen, im Januar 2016 verlor der Zoo dann auch das zweite Jungtier.

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