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Die Rettung
Fast hätte in den letzten Kriegstagen doch noch das letzte Stündchen für den Zoologischen Garten Frankfurt geschlagen: Dem Einzug der amerikanischen Streitkräfte im März 1945 war ein Räumungsbefehl vorausgegangen, dem auch viele Tierpfleger und Mitarbeiter der Stadtverwaltung folgten. Der für den Zoologischen Garten und Palmengarten zuständige Amtmann Fritz Acker erhielt die telefonische Mitteilung, dass die verbliebenen Tiere zu töten seien, doch er verweigerte seine Zustimmung zu dieser Maßnahme und bat um Rückruf durch den Zooinspektor Gustav Lederer. Dieser erklärte sich sofort bereit zu bleiben, drei ältere namentlich nicht genannte Tierpfleger schlossen sich ihm an. Acker gelang es, die Frankfurter Bauernschaft zu bewegen, den Zoologischen Garten weiterhin mit Futter zu versorgen und so den Fortbestand des Zoo zunächst zu sichern. Doch all der Mut und die Bereitschaft zu persönlichen Opfern wäre ohne die Initiative und das Durchsetzungsvermögen des später legendär gewordenen Direktors Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek vergeblich gewesen.
Schon kurz nach dem Einzug der amerikanischen Streitkräfte wurde der Frankfurter Verleger Wilhelm Hollbach als amtierender Bürgermeister vereidigt und beauftragt, eine neue Stadtverwaltung aufzubauen. Dieser suchte Amtmann Acker auf und bat ihn, ihm bei dieser Aufgabe zu helfen, daneben setzte Hollbach einige ihm bekannte Journalisten ein. Zu diesen zählte auch Prof. Dr. Bernhard Grzimek, der vor dem Krieg hauptberuflich im Berliner Landwirtschaftsministerium/ Reichsernährungsministeriums gearbeitet hatte. Dank seiner Verwaltungserfahrung, in Amerika erworbener englischer Sprachkenntnisse und Verhandlungsgeschick baute sich Grzimek vielfältige Beziehungen auf, die er schließlich dazu nutzte, die Verantwortung für den Zoologischen Garten zu erhalten. Am 1. Mai 1945 wurde er zum Zoodirektor ernannt, erhielt aber zunächst keine Erlaubnis, den Zoo wiederzueröffnen. Dennoch ließ er Plakate drucken, dass der Zoo am 1. Juli wieder eröffnet werde, und veranstaltete einen Werbeumzug durch die zerstörte Stadt.
Die amerikanische Militärregierung besichtigte schließlich den Zoo doch und die Stadtverwaltung erteilte die Genehmigung zur Wiedereröffnung. Obwohl es zu den Auflagen zählte, den Zoologischen Garten ohne städtische Mittel zu betreiben, war dieser zumindest für den Moment gerettet.









