Völkerschauen

Ankündigung Völkerschau "Amazonen", 1891
Völkerschau "Lappländer", Foto von 1925

Der Tierhändler Carl Hagenbeck „erfand“ 1874 die Völkerschauen, ohne zu wissen, dass es diese früher bereits gab. Er engagierte Menschen aus „seinen Tierfanggebieten“, die häufig die Tiertransporte begleiteten, und führte diese als Wanderschauen durch Europa.

Zoos standen diesen Tier- und Volksausstellungen zunächst negativ gegenüber, doch sowohl das Publikumsinteresse als auch das Bestreben, das Bildungsangebot – in dem Fall durch die Verbindung von Tierkundlichem und Völkerkundlichem - zu erweitern, führten zum Umdenken. Die Qualität der Völkerschauen und die Behandlung der Akteure variierten je nach Anbieter sehr stark.

Auch im Zoologischen Garten Frankfurt gastierten zwischen 1878 und 1931 immer wieder Völkerschauen. Je nach Volk und Anbieter variierte die „Schau“, doch gewöhnlich sollte den Besuchern das jeweilige Leben nähergebracht werden. Dazu führten die Akteure Volkstänze auf und zeigten ihre Fertigkeiten vor allem in handwerklichen Tätigkeiten, deren Produkte auch zum Kauf angeboten wurden. Die Zoobesucher durften die Dörfer nur zu festgelegten Zeiten gegen Zahlung eines Sondereintritts betreten. Die meisten Völkerschauen, die in Frankfurt gastierten, wurden von Tierhändlern zusammengestellt, mit denen der Zoologische Garten Frankfurt sowieso zusammenarbeitete, und standen im Zusammenhang mit Tiertransporten.

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