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Nachwuchs an Bord: Das Baumkänguru-Weibchen trägt ein Jungtier im Beutel
Im Juni brachte das im Zoo Frankfurt geborene Goodfellow-Baumkänguru ALUNA ihr erstes Jungtier zur Welt. Die ersten Monate nach der Geburt verbrachte das winzige, noch nicht voll entwickelte, Jungtier auf Känguruart tief im Beutel der Mutter. Erst nach etwa fünf Monaten beginnen die Kleinen aus der Bauchtasche zu luken. Das kann man mit etwas Glück aktuell im Zoo Frankfurt beobachten. Das Jungtier, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, wird auch noch die nächsten Monate im schützenden Beutel verbringen, bevor es sich immer häufiger und länger herauswagt. Der Vater des Jungtieres kam 2023 nach Frankfurt, an der Aufzucht beteiligt er sich – wie bei Baumkängurus üblich - nicht. Im Frankfurter Zoo werden Goodfellow-Baumkängurus seit den 1970er Jahren gehalten. Seitdem werden dort nicht nur Erfahrungen, sondern auch wichtige Daten für eine erfolgreiche Zucht und Haltung der als stark gefährdet eingestuften Tierart gesammelt.
„Gerade bei so seltenen Arten wie den Goodfellow-Baumkängurus ist jede Geburt und jede erfolgreiche Aufzucht ein Grund zur Freude. Außer bei uns in Frankfurt kann man aktuell in nur fünf weiteren Zoos in Deutschland beobachten, wie sich diese Känguruart an ein Leben in den Bäumen, in denen sich die Tiere kletternd fortbewegen, angepasst hat“, so Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft.
„Gerade einmal 50 Goodfellow-Baumkängurus leben derzeit in menschlicher Obhut in Zoos weltweit. Nur etwa vier bis fünf Geburten gibt es dort pro Jahr. Jedes Jungtier ist daher ein wichtiger Beitrag zur Arterhaltung über den wir uns sehr freuen. Um die Zucht weiter auszubauen, laufen seit einigen Jahren auf europäischer Ebene umfangreiche Forschungsarbeiten zum Reproduktionsverhalten der Goodfellow-Baumkängurus, an denen auch wir uns sehr aktiv beteiligen. Wir helfen den Baumkängurus aber nicht nur durch die Zucht und das gezielte Management des Bestandes. Wir unterstützen die Tiere und ihre Lebensräume auch vor Ort, indem wir etwa die Arbeit der Tenkile Conservation Alliance mit Einnahmen aus Spenden fördern und auf ihre Arbeit vor Ort aufmerksam machen. Die Organisation arbeitet eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen, etwa wenn es darum geht, die Jagd auf Baumkängurus zu verhindern,“ erklärt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.
Über Goodfellow-Baumkängurus
Wegen ihrer zurückgezogenen Lebensweise in den Baumwipfeln der Regenwälder Papua-Neuguineas ist bisher nur wenig über Goodfellow-Baumkängurus (Dendrolagus goodfellowi buergersi) bekannt. Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv und leben einzelgängerisch. In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden die Goodfellow-Baumkängurus als „stark gefährdet“ eingestuft, der Bestand fortpflanzungsfähiger Tiere nimmt aktuell ab. In ihrer Heimat sind sie besonders durch Lebensraumverlust – etwa durch Kaffeeanbau und Holzwirtschaft – aber auch durch die Jagd in ihrem Bestand bedroht.
Goodfellow-Baumkängurus sind eine von derzeit neun Arten, die im Global Species Management Plan (GSMP) gelistet sind. In dem von der World Association of Zoos and Aquariums koordinierten Programm wird die weltweite Nachzucht von bedrohten Tierarten mit genetisch ausgewogenen Populationen organisiert. Das bedeutet, dass es in Zoos weltweit derart wenige Individuen einer Art gibt, dass deren langfristiges Überleben nur gewährleistet werden kann, wenn die Weltzoopopulation als Ganze wissenschaftlich betreut wird. Mehr dazu unter: Global Species Management Plans - WAZA
Seit 2017 unterstützt der Zoo Frankfurt die Tenkile Conservation Alliance (TCA) in Papua-Neuguinea mit Einnahmen aus Spenden. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben von Menschen, Tieren und ihrer Heimat zu retten (To save lives in PNG – the lives of people, animals and their places). TCA fokussiert auf drei Baumkänguruarten: das Schwarze Baumkänguru, das Goldmantel-Baumkänguru und das Graue Baumkänguru. Diese drei Arten werden nicht in Zoos gehalten. Die nah verwandten Goodfellow-Baumkängurus sind Botschafter für den Schutz des gemeinsamen Lebensraums. Wesentliche Maßnahmen sind die Verabredung von Jagdmoratorien und ein Monitoring der Population. Etwa 50 Dörfer sind Teil der Tenkile Conservation Alliance. Deren Bewohner verzichten auf die Jagd von Baumkängurus auf ihrem Land.
Mehr zum Thema in Folge 44 des Naturschutz-Podcasts, einer Gemeinschaftsproduktion von Zoo Frankfurt und Zoologischer Gesellschaft Frankfurt Naturschutz-Podcast Folge 44
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