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Tiere von A-Z

Bonobo

(Pan paniscus)

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1954 kam der erste Bonobo mit dem Namen „Camillo“ nach Frankfurt. Die Welterstzucht von Bonobos in menschlicher Obhut gelang 1962 im Frankfurter Zoo.

Merkmale

Allgemeine Beschreibung (Größe, Gewicht, Farbe)
Bonobos sind die kleinste Menschenaffenart. Im Vergleich zu ihren Verwandten – den Schimpansen – sind sie schlanker und beweglicher. Auch die Ohren fallen etwas kleiner aus. Fell und Gesichtsfarbe sind schwarz – auch bei Jungtieren. Dabei zeichnen sie sich auch durch oft seitlich abstehende Haare am Kopf aus. Ihre Lippen sind jedoch rosa. Bonobo-Männchen sind mit einer Größe von bis zu 87 cm und einem Gewicht von 36 bis 43 kg etwas größer und kräftiger als die Weibchen, die bis zu 76 cm groß werden und ein Gewicht von 26 bis 36 kg erreichen.
Verbreitung
Bonobos kommen ausschließlich in einem sehr begrenzten Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo südlich des gleichnamigen Flusses vor.
Lebensraum
Sie bewohnen tropische Regenwälder in Flussnähe, wobei sie sich hauptsächlich in Primär- und Sumpfwäldern aufhalten, jedoch auch Sekundär- und Trockenwälder nutzen.
Lebensweise
Wie alle Menschenaffen sind Bonobos tagaktiv. Höhepunkte ihrer Aktivitäten liegen am Vormittag und am Nachmittag, in der Mittagshitze rasten sie. Zur Nachtruhe fertigen sie ein Schlafnest aus Blättern an. Dieses liegt zumeist hoch oben in den Bäumen und wird in der Regel nur einmal verwendet. Das Sozialsystem der Bonobos wird als Fission-Fusion-Organisation („Trennen und Zusammenkommen“) bezeichnet. Das bedeutet, dass sie in Großgruppen von möglicherweise über 100 Tieren leben, die sich für einen großen Teil der Zeit in Untergruppen von weniger als 20 Individuen aufteilen, um dann gelegentlich wieder zusammenzukommen. Sowohl die Weibchen als auch die Männchen einer Gruppe etablieren eine Rangordnung. Den Kern der Gruppe bilden die Weibchen, die auch die Führung übernehmen. Generell sind die Beziehungen zwischen den Weibchen einer Gruppe viel enger als die zwischen den Männchen. Dies äußert sich in häufigerer gegenseitiger Fellpflege und dem häufigeren Teilen von Nahrung. Die Männchen hingegen haben wenig Zusammenhalt untereinander. Sie pflegen sich seltener gegenseitig das Fell und bilden, im Gegensatz zu den Schimpansen, keine Allianzen, um ihren Rang in der Gruppe zu verbessern. Stattdessen halten die Männchen zeitlebens einen engen Kontakt zu ihrer Mutter aufrecht und bleiben, anders als die Weibchen, dauerhaft in ihrer Geburtsgruppe. Die Stellung der Männchen in der Gruppenhierarchie dürfte auch vom Rang ihrer Mutter abhängen. Zur Sicherung der Sozialstrukturen, zum Stressabbau und zur Wahrung des „Gruppenfriedens“ werden häufig sexuelle Handlungen eingesetzt, die nichts mit der Fortpflanzung zu tun haben.
Nahrung
Bonobos sind Allesfresser, deren Ernährung sich jedoch überwiegend aus pflanzlichen Bestandteilen wie Blättern, Kräutern und vor allem Früchten zusammensetzt. Daneben nehmen sie auch Insekten und andere Wirbellose zu sich. Lange wurde dies bei Bonobos angezweifelt, doch inzwischen konnte die von Schimpansen bekannte Jagd auf kleine bis mittelgroße Wirbeltiere (Ducker und kleinere Affenarten) auch bei ihnen beobachtet werden.
Fortpflanzung
Bei Bonobos kommen Geburten das ganze Jahr über vor. Nach einer Tragezeit von etwa acht Monaten kommt in der Regel ein Jungtier zur Welt. Dieses wiegt dann ca. 1,4 bis 1,9 Kilogramm. Die meisten Weibchen bekommen ihr erstes Jungtier mit 13 bis 14 Jahren. Das nächste Jungtier kommt für gewöhnlich nach vier oder mehr Jahren zur Welt.
Jungenaufzucht
Bonobos haben eine sehr innige Mutter-Kind-Bindung. Sie tragen ihre Jungtiere lange Zeit und werden deshalb als Traglinge bezeichnet. Die Muttertiere stillen ihre Jungtiere mehrere Jahre lang, bis das nächste Jungtier geboren wird. Denn die Jungtiere sind über einen langen Zeitraum von ihrer Mutter abhängig und lernen viel von ihr. Subadulte Weibchen wandern ab und suchen sich eine neue Gemeinschaft in einer anderen Gruppe. Subadulte Männchen hingegen bleiben lebenslang in der Gemeinschaft, in der sie geboren wurden.
Besonderheit der Tierart
Bonobos lösen Konflikte und Streitigkeiten innerhalb der Gruppe häufig durch ihr Sexualverhalten.
Bedrohung
Bonobos werden in der Roten Liste der IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft.
Die Gründe dafür sind der Verlust ihres Lebensraums und die illegale Jagd auf sie, um ihr Fleisch für den „Bushmeat“-Markt oder ihre Körperteile für die Zwecke der traditionellen Medizin zu gewinnen.
Bedrohungsgrad
Ungenügende Datengrundlage DD
Nicht gefährdet LC
Potentiell gefährdet NT
Gefährdet VU
Stark gefährdet EN
Vom Aussterben bedroht CR
In der Natur ausgestorben EW

Paten

Silvia Corts
Udo Corts
Moritz Fischer & Oskar Fischer
Patenschaftsbeitrag
2.500 Euro/Jahr

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