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Jamaika-Leguan
(Cyclura collei)
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Zooplan
Der Jamaikaleguan ist eine der seltensten und am stärksten gefährdeten Reptilienarten überhaupt. Seit 2023 werden die 100 bis 130 cm großen Echsen im Frankfurter Zoo gehalten und haben mittlerweile die große Anlage im Exotarium bezogen, in der zuvor die Nashornleguane gelebt haben, die aus derselben Gattung stammen. Die Gattung der Wirtelschwanzleguane (Cyclura) umfasst diverse große Leguane, die alle auf den karibischen Inseln leben. Auf den jeweiligen Inseln haben sich die Populationen mit der Zeit zu jeweils eigenen Arten entwickelt. Der Jamaikaleguan ist natürlich die Art, die auf Jamaika vorkommt. Dort bewohnen die Tiere relativ trockene und felsige Wälder und Mangroven. Mittlerweile findet man die Art nur noch in zwei relativ kleinen Arealen auf der Insel.
Merkmale
- Allgemeine Beschreibung (Größe, Gewicht, Farbe)
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100 bis 130 cm groß
- Verbreitung
- Jamaika
- Lebensraum
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Mangroven- und
Trockenwälder - Lebensweise
- Jamaika-Leguane sind vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden aktiv und meiden die Mittagshitze. Zur Abkühlung ziehen sie sich in den Schatten zurück oder begeben sich in flaches Wasser. Ruhende Tiere finden zwischen Felsen oder in selbstgegrabenen Erdhöhlen Schutz vor Fressfeinden.
- Nahrung
- Die Ernährung von Jamaikaleguanen hängt stark von ihrem Alter ab. Als Jungtiere fressen sie vor allem Insekten. Mit zunehmender Größe gelingt es ihnen gelegentlich auch kleine Wirbeltiere zu erbeuten. Adulte Tiere wechseln irgendwann von der carnivoren Ernährung zu einer größtenteils vegetarischen Lebensweise und fressen Blätter, Blüten, Früchte und junge Triebe.
- Bedrohung
- Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Jamaikaleguan als „Vom Aussterben bedroht“ (Critically Endangered) ein. Zwischen 1948 und 1990 galt die Art schon als verschollen. Der Bestand war so stark zusammengebrochen, dass gut 40 Jahre lang keine lebenden Individuen mehr gesichtet wurden. 1970 wurde lediglich noch einmal ein totes Tier gefunden. Nach der Wiederentdeckung ergaben intensive Nachforschungen, dass noch einige wenige Tiere überlebt hatten.
Paten
Ute Vogler
Tierhaltung
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Der Frankfurter erhielt 2023 als erster Zoo außerhalb Amerikas fünf männliche Exemplare dieser Art, von denen zwei an den Leipziger Zoo weitergegeben wurden. Im Folgejahr bekamen wir noch drei Weibchen, von denen wiederum eines nach Leipzig ging. Damit sind Frankfurt und Leipzig die einzigen beiden Zoos außerhalb Amerikas, in denen diese Art gehalten wird. Die Vorbereitungen für den Import der Tiere haben mehrere Jahre gedauert.