Journalisten bei einer Pressekonferenz vor einer grünen Außenanlage, einige mit Kameras im Anschlag
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Abschied von den Bartgeiern

Gestern hat der letzte Bartgeier den Frankfurter Zoo verlassen, um im Zuchtzentrum von Haringsee in Österreich für Nachwuchs zu sorgen. Damit endet die Haltung der heimischen Geierart im Frankfurter Zoo zunächst.

Für RICARDA ging es am 30. Mai zurück an den Ort, wo sie 2009 geschlüpft ist: Das Richard Faust Breeding Centre in Haringsee in Österreich. Dort soll sie einen Partner bekommen und mit diesem am Erhaltungszuchtprogramm für die bedrohten Bartgeier teilnehmen.

„Die Entscheidung, uns von unserem Bartgeier-Weibchen, das 2011 zu uns kam, zu trennen, war nicht leicht. Bartgeier sind unglaublich beeindruckend mit ihrer Größe und dem rötlich schimmernden Federkleid. Und auch historisch verbindet uns viel mit dieser Geierart, die gerade eben so vor dem Aussterben bewahrt wurde“, erklärt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.

Im Alpenraum wurde der Bartgeier im Verlauf des 19. Jahrhunderts ausgerottet, der letzte Vogel wurde im Jahr 1913 geschossen – die Geier, die sich von den Knochen verendeter Tiere ernähren, galten fälschlicher Weise als Schädlinge. Ihre wichtige Funktion als „Gesundheitspolizei“ wurde nicht erkannt. Ende der 1970er-Jahre starteten zahlreiche Naturschutzorganisationen und Zoos eines der größten, längsten und aufwändigsten Wiederansiedlungsprogramme zur Erhaltung der Art. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) förderte die Maßnahme von Anfang an. Dr. Richard Faust, ehemaliger Zoodirektor und ZGF-Präsident, war Mitinitiator und trieb das Projekt über Jahrzehnte voran. Die Bemühungen waren erfolgreich: Heute gibt es in den Alpen wieder zahlreiche Brutpaare.

„Nach dem Tod unseres Geier-Männchens FAUSTO im letzten Herbst haben wir überlegt, wie es mit RICARDA weitergehen soll. Das Zusammenbringen von adulten, sprich geschlechtsreifen, Tieren ist eine heikle Angelegenheit, da diese recht aggressiv reagieren können. Daher wird die Verpaarung in spezialisierten Zuchtstationen durchgeführt. In Abstimmung mit dem Erhaltungszuchtprogramm wurde deshalb entschieden, RICARDA nach Haringsee zu bringen, wo sie einen wertvollen Beitrag zur Arterhaltung leisten kann“, so Geiger.

Wie es mit der großen Bartgeier-Voliere, die noch aus den Anfangsjahren des Zoos aus dem späten 19. Jahrhundert stammt, weitergeht und ob dort wieder Bartgeier einziehen werden, wird aktuell noch abgestimmt. Zunächst wird das Gehege mit benachbarten Anlagen verbunden und bietet dann mehr Platz für südamerikanische Königsgeier und Karakaras, auch Geierfalken genannt, die ebenfalls aus Süd- und Mittelamerika stammen. Der Bereich der Großvogelvolieren gehört zu den Zooarealen, die im Rahmen des Masterplans aktuell neu konzipiert werden.

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