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Ein Zentrum für den weltweiten Natur- und Artenschutz auf dem Zoogelände

„Frankfurt Conservation Center“: Magistrat beschließt Ansiedlung

Der Magistrat hat am Freitag, 13. November, grünes Licht gegeben für konkrete Umsetzungsschritte für den Bau eines Zentrums für den internationalen Natur- und Artenschutz auf dem Gelände des Frankfurter Zoos. Mit dem „Frankfurt Conservation Center“ (FCC) soll am Osteingang des Zoos in Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ein neues Gebäude entstehen, das die dortigen älteren und abgängigen Zweckbauten ersetzt.

Eingebracht wurde die Vorlage durch die für den Zoo zuständige Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Dr. Ina Hartwig: „Gerade angesichts der Corona-Pandemie dürfen wir die drängenden globalen Probleme wie das weltweite Artensterben nicht aus dem Blick verlieren. Deshalb bin ich außerordentlich froh, dass die Stadt Frankfurt heute ein klares Zeichen setzt. Frankfurt als internationale Wirtschaftsmetropole trägt Mitverantwortung für den globalen Natur- und Klimaschutz. Das haben wir heute untermauert. Das Frankfurt Conservation Center ist ein wichtiger Baustein, um den Zoo zukunftsfähig zu machen. Denn ein Zoo des 21. Jahrhunderts muss den globalen Natur- und Artenschutz unterstützen, und unser Zoo wird ein idealer Vermittler für diese Aufgabe sein. Das Frankfurt Conservation Center hat daneben auch handfeste Vorteile für die Stadt: Wir bringen den Wissenschaftsstandort Frankfurt mit einem neuen Leuchtturm voran. Außerdem bekommt der Zoo einen neuen vollwertigen Osteingang und öffnet sich damit städtebaulich weiter zum Ostend. Der heutige Beschluss setzt einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung des Drei-Säulen-Plans für das Zoogelände mit der Einrichtung des Kinder- und Jugendtheaters im Zoogesellschaftshaus und der Zooentwicklung im Rahmen von ZOOKUNFT2030+.“

Das FCC ist ein seit Jahren verfolgtes Zukunftsprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Im FCC werden Naturschutz-Akteure aus Praxis und Wissenschaft auf mehreren Etagen zusammenarbeiten. Zu ihnen zählen neben der federführenden Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, die bereits heute weltweit Naturschutzschutzprojekte durchführt, z.B. auch die ebenfalls in Frankfurt beheimatete Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die unter anderem zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt forscht, sowie die Goethe-Universität. Hinzukommen sollen weitere wichtige Akteure aus Wissenschaft und Naturschutz. Projektpartner sollen nach den Planungen der ZGF auch öffentlich getragene Förderbanken, wie die ebenfalls in Frankfurt ansässige KfW Förderbank werden.

Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, äußert sich zu dem Vorhaben: „Die wissenschaftlichen Daten sind sehr eindeutig und zeigen, wie dramatisch das Ausmaß unseres Eingriffs in die Natur ist: Seit 1970 haben die Bestände von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien weltweit um durchschnittlich 68 Prozent abgenommen. Bei der Hälfte der Insektenarten in Deutschland ist der Rückgang dramatisch, manche Gruppen sind gar um 96 Prozent zurückgegangen. Die Entscheidungen, die wir heute für die Sicherung der natürlichen Ressourcen treffen, werden über unsere eigene Zukunft bestimmen. Wir müssen viel stärker als bisher Biodiversität schützen, auch um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und Pandemien vorzubeugen. Im Frankfurt Conservation Center kommen Naturschützer mit Wissenschaftlern und Experten anderer Disziplinen zusammen, um gemeinsam neue Strategien für die drei globalen Krisen zu erarbeiten und umzusetzen. Frankfurt nimmt durch die Realisierung des Frankfurt Conservation Centers eine Vorreiterrolle im Biodiversitätsschutz ein. Damit trägt Frankfurt als Metropole über die Region hinaus globale Verantwortung.“

Das FCC ist Teil des Drei-Säulen-Konzepts der Kulturdezernentin für das Zoogelände. Neben dem FCC sieht dieses die Einrichtung eines Kinder- und Jugendtheaters im Rahmen der Sanierung des Zoogesellschaftshauses sowie eine umfassende Modernisierung des Frankfurter Zoos in den nächsten 15 Jahren („Masterplan ZOOkunft2030+“) vor. „Vor dem Hintergrund des dramatischen Verlusts der Biodiversität liegt die Priorität der modernen, wissenschaftlich geführten Zoos klar beim Natur- und Artenschutz. Für die Weiterentwicklung des Frankfurter Zoos bedeutet das eine deutliche inhaltliche Ausrichtung auf die Projektgebiete der ZGF. Darüber hinaus entsteht für den Zoo mit dem FCC eine fantastische Möglichkeit, sich noch stärker als bisher mit dem internationalen Naturschutz zu vernetzen. Das FCC wird ein Think-Tank für den Erhalt der biologischen Vielfalt mit einer Strahlkraft in eine breite Öffentlichkeit hinein – und das auf dem Gelände des Zoos! Das unterstreicht in besonderer Weise den Platz, den der Zoo im 21. Jahrhundert einzunehmen hat“, sagt Dr. Miguel Casares, Direktor des Frankfurter Zoos.

Mit dem Beschluss vom 13. November 2020 ergeht der Auftrag, mit der ZGF und ihren Projektpartnern konkrete Umsetzungsverhandlungen aufzunehmen. Für das FCC-Gebäude wird mit Kosten von 20 bis 22 Millionen Euro gerechnet, wovon knapp die Hälfte von der ZGF und ihren Partnerinstitutionen eingebracht werden soll. Das letzte Wort über das FCC haben die Stadtverordneten, die in den kommenden Wochen über die Vorlage abschließend entscheiden.

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