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Der Zoo im Wandel

1858: Die Gründung eines Zoologischen Gartens in Frankfurt am Main

1857 trat ein provisorisches Komitee mit der Idee, einen Zoologischen Garten in Frankfurt zu gründen, an die Öffentlichkeit, pachtete ein Gelände, holte die nötigen Genehmigungen ein und gründete die Zoologische Gesellschaft zum Zweck, in Frankfurt einen Zoo einzurichten und zu betreiben. Die erste Generalversammlung fand am 7. März 1858 statt.

Am 8. August 1858 wurde der Zoologische Garten im Lerschner’schen Garten im Westen der Stadt eröffnet. Zunächst für 10 Jahre – sozusagen auf Probe.

1874: Verlegung des Gartens zur Pfingstweide

Schnell war klar: Der Zoo hat die „Probezeit" gut bestanden. Für den dauerhaften Betrieb musste ein größeres Gelände gefunden werden. Auf einem Teil der Pfingstweide im Osten der Stadt wurde ein neuer Zoo gebaut. Um Kosten zu sparen wurden ganze Tierhäuser ab- und im neuen Zoo wieder aufgebaut. Im Frühjahr 1874 erfolgte der Umzug.

Am 23. März fand die feierliche Eröffnung statt. Das repräsentative Zoogesellschaftshaus wurde im Dezember 1876 eingeweiht.

1915: Der Zoo wird Städtisch

Mitten im 1. Weltkrieg übernahm die Stadtverwaltung Frankfurt den Zoo, nachdem die Zoologische Gesellschaft die Kosten nicht mehr tragen konnte. Aber auch die Rettung durch die Stadt konnte nicht verhindern, dass im Hungerjahr 1916 zwei Drittel der Tiere starben, obwohl die Blumenbeete für Futterpflanzen genutzt wurden. Der Zoo unterstützte die notleidende Bevölkerung durch die Abgabe von Milch und Eiern, Hilfestellung bei der privaten Kleintierzucht, Aufklärung über essbare Wildpflanzen und Schädlingsbekämpfung.

1943: Der Zoo im 2. Weltkrieg

Bis 1943 blieb der Zoo vom 2. Weltkrieg weitgehend verschont. Die fast vollständige Zerstörung erfolgte durch drei Bombenangriffe zwischen Oktober 1943 und März 1944. Dennoch blieb der Zoo geöffnet, obwohl fast alle Angestellten eingezogen worden waren. Nur wenige Mitarbeiter hielten den Zoobetrieb aufrecht. Kurz vor Kriegsende erging der Befehl, die überlebenden Tiere zu töten und die Stadt zu räumen. Dies wurde vom zuständigen Amtmann verweigert. Gerade noch fünf Personen versorgten die Tiere und kämpften um den Erhalt des Zoologischen Gartens.

1945: Der Neuanfang

Prof. Dr. Bernhard Grzimek wurde Zoodirektor. Gemeinsam mit den verblieben Mitarbeitern und dank der Unterstützung der Frankfurter Bevölkerung begann der Wiederaufbau des Zoos. Bedingung der US-Streitkräfte zur Wiedereröffnung: Der Zoo muss es ohne Zuschüsse schaffen. Grzimek gelang es, einen Zirkus und Schausteller auf dem zerstörten Zoogelände anzusiedeln, später kamen noch ein Kino und ein Theater hinzu. Dies, sowie regelmäßige Feste und Konzerte, sicherten das Überleben des Zoos. Anfang 1950 wurde die „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Zoologischen Gartens e.V." gegründet mit dem Ziel, Geld für den Zoo zu sammeln. Daraus hervor ging 1958 die „Zoologische Gesellschaft Frankfurt" oder kurz ZGF, heute eine der wichtigsten weltweit agierenden Naturschutzorganisationen und wichtiger Partner des Zoos.

1958: 100 Jahre Zoo Frankfurt

Die Tierhäuser standen wieder, neue waren hinzugekommen und der Zoo wurde größer: Grzimek hatte die Straße zwischen dem Zoo und dem dahinterliegenden Trümmerfeld eigenmächtig geschlossen und erreichte so sein Ziel, das Zoogelände um ca. 3 ha zu erweitern. Auf dem neuen Areal entstanden der Kinderzoo, die Vogelhallen und die Affenanlagen. Im Herbst 1960 wurde im Frankfurter Zoo die erste Zooschule Deutschlands eingerichtet.

1975: Expansion an die Nidda

Da eine weitere Vergrößerung des Zoos in der Innenstadt nicht möglich war, wurde an der Nidda eine Dependance, der Nidda-Zoo, gebaut. 1975 fand die feierliche Eröffnung nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts statt, weitere Bauabschnitte folgten. Der Nidda-Zoo war ohne Eintritt frei zugänglich. Zugunsten der Bundesgartenschau 1989 wurde er jedoch wieder zurückgebaut. Auch alle anderen Pläne für einen Zoo außerhalb der Innenstadt wurden nicht realisiert.

2000: Erneuerung des Zoos

Ab Mitte der 1990er Jahre begann mit dem Bekenntnis zur Innenstadtlage die Erneuerung des Zoos. Der Fokus lag dabei auf der naturnahen Gestaltung der Anlagen. Tierpatenschaften, Spenden und vor allem das Investitionsprogramm der Stadt Frankfurt ermöglichten, dass ab dem Jahr 2000 u. a. Robbenklippen, Katzendschungel, Borgori-Wald und Gibbon-Haus gebaut werden konnten.

2008: Weitere Investitionen

Die Stadt stellt 30 Mio Euro für weitere wesentliche Entwicklungsschritte zur Verfügung. Realisiert werden das Ukumari-Land mit neuem Zooeingang, eine Quarantänestation und die neue Pinguin-Anlage.

2018: ZOOKUNFT 2030+

Im Frühjahr trat Dr. Miguel Casares sein Amt als Zoodirektor an und initiierte die Erarbeitung der Konzeptstudie „ZOOKUNFT 2030+ – Entwicklungsplan für den Zoo der Stadt Frankfurt am Main". Die Studie, die als Basis für einen Masterplan dienen wird, wurde im Frühjahr 2019 fertiggestellt.

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